Naturschutzgebiet Lolair
Ein Gletschersee in einem mosaikartig mit den verschiedensten Pflanzenarten gefüllten Kessel
Der Lolair-See liegt in einem langgezogenen Kessel
an der linken Seite des Tals Valgrisenche, in 1175 m Höhe. Er wird durch 3 Quellen gespeist und ist von einem Schilfgürtel und “abgerundeten”
(das sind besondere runde Erhebungen, die durch die Aktion der Gletscher im Lauf der Jahre rundgeschmirgelt wurden) Felsen umringt. Diese Form kommt durch Erosionserscheinungen zustande, die eine Bodensenkung gebildet und sich mit
Schlick-und Torfablagerungen gefüllt haben; das lithologische Substrat besteht aus Glimmerschiefer und Gneis aus der Felsschicht des großen Sankt
Bernhard. In dieser Landschaft gibt es zahlreiche Arten und Lebensräume,
die
auf relativ engem Raum
verteilt sind. Rund um den Wasserspiegel
entwickelt sich ein zonenbezogener Vegetationsring, der der jeweiligen Wasserverfügbarkeit angepasst ist; im Schilfgürtel befindet sich der prioritäre Lebensraum “Paludi calcaree di Cladium mariscus e Carex davalliana”. Der Kessel ringsum weist mosaikartig verteilte Vegetationsflecken mit einigen Waldstreifen aus Rottanne oder Waldkiefer, Waldstücken aus Laubbäumen, vereinzelten Büschen und xerophilen Grasarten, aber auch mehreren brachliegenden Feldern auf. Besonders markant erscheint der Kontrast zwischen dem Feuchtgebiet des Sees und der vorwiegend xerothermischen Landschaft
des Kessels, der den See umschließt und in welcher eine der seltensten Pflanzen des Aostatals gedeiht, das Pensylvanische Fingerkraut. Das Naturschutzgebiet (Gemeinde von Arvier) wurde im Jahr 1993 gegründet und wird von der Dienststelle für Naturschutzgebiete des Referats für Landwirtschaft und natürliche Reichtümer geleitet. Es kann über die Regionalstraße nach Valgrisenche (Ortsteil von Baise Pierre) erreicht werden.




